FAQ

Mental Health FAQ

Es geht mir sehr schlecht. An wen kann ich mich jetzt sofort wenden?

Die meisten Psychotherapeut:innen im Landkreis Schaumburg haben erhebliche Wartezeiten, oft von mehreren Wochen und Monaten. Schnelle(re) Ansprechpartner:innen in akuten Belastungssituationen finden Sie hier:

Was muss ich beachten, wenn ich unter einer Suchterkrankung leide?

Es ist bekannt, dass die meisten Abhängigkeitserkrankungen (Alkohol, Drogen, Medikamente, Spielen, Magersucht, Ess-Brech-Sucht,…) auf andere Probleme und Erkrankungen wie Depressionen oder Ängste zurück zu führen sind. Dennoch kann eine Psychotherapie nur bei anhaltender Abstinenz erfolgreich sein, da immer wesentliche psychische Prozesse durch die Sucht beeinflusst werden. Kann eine anhaltende Abstinenz (noch) nicht eingehalten werden, empfehle ich daher den Kontakt zu einer Suchtberatungsstelle.

Was ist der Unterschied zwischen Psycholog:in, Psychotherapeut:in, Psychiater:in und Psychologische:r Berater:in?

Psycholog:innen haben ein Studium der Psychologie abgeschlossen. Dieses qualifiziert noch nicht für eine Niederlassung in eigener Praxis. Stattdessen finden sich Psycholog:innen in verschiedensten Tätigkeitsfeldern, u.a. auch in Beratungsstellen, Kliniken, größeren Betrieben, dem TÜV, etc. Psychotherapeut:innen haben entweder ein Medizin- oder ein Psychologiestudium abgeschlossen (Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:innen z.T. auch ein Pädagogikstudium). Zusätzlich zum Studium haben sie eine drei- bis fünfjährige Weiterbildung in Psychotherapie absolviert und diese mit der Approbation abgeschlossen. Die Bezeichnung „Psychotherapeut:in“ ist in Deutschland gesetzlich geschützt. Psychiater:innen haben Medizin studiert und in der Folge eine Weiterbildung Psychiatrie abgeschlossen. Psychiater:innen können Medikamente verschreiben und kennen sich mit psychischen Erkrankungen sehr gut aus. Psychologische Berater:innen / Heilpraktiker:innen Psychotherapie benötigen kein abgeschlossenes Studium zur Berufsausübung.

Warum gibt es in der Psychotherapie so lange Wartezeiten?

Für Psychotherapeut*innen gibt es eine Bedarfsplanung, die festlegt, wie viele Therapeut:innen sich im jeweiligen Landkreis niederlassen dürfen. Diese Bedarfsplanung hat bisher keinerlei wissenschaftliche Grundlage und entspricht somit nicht dem realen Bedarf. Gleichzeitig sind die meisten Landkreise als „überversorgt“ deklariert (Schaumburg z.B. 179,2% Versorgung), so dass nur Psychotherapeut:innen dort eine Kassenzulassung erhalten können, wenn gleichzeitig ein:e andere:r die entsprechende Zulassung abgibt.

Wie hilft Psychotherapie?

In der Psychotherapie gibt es viele verschiedene Wirkfaktoren in komplexer Wechselwirkung miteinander, so dass diese Frage nicht in drei kurzen Sätzen beantwortet werden kann.

Grundsätzlich hilft Psychotherapie im Gespräch, das heißt im Kontakt zwischen Therapeut:in und Patient:in. Eine:n „passende:n“ Therapeut:in zu finden ist daher von besonderer Bedeutung.

Im therapeutischen Prozess sollen im Wesentlichen die individuellen Besonderheiten und Fähigkeiten für die Problembewältigung nutzbar gemacht und Erkenntnisse über die wesentlichen persönlichen Antriebe und die eigene Identität gewonnen werden. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie hilft im Speziellen dabei, auch die unbewussten, biografisch geprägten Faktoren eines Problems mitzubedenken. Bei diesen geht man davon aus, dass viele bereits in Kindheit und Jugend einen Ursprung haben und somit die frühen Erfahrungen auch das spätere Leben von uns prägen.

Wie kann ich als Patient:in in der Psychotherapie zu einem Behandlungserfolg beitragen?

  • Regelmäßig und pünktlich kommen
  • Alles ansprechen, was in den Kopf kommt (gerne auch Träume / Ideen / Phantasien)
  • Suchtabstinenz (Alkohol, Drogen, Medikamente, Essstörungen, Spielen,…)
  • Gesunde Lebensführung (Regelmäßige Ernährung, Sport, Kontakte,…)